Evangelische Trinitatisgemeinde am See

Losung für
Donnerstag, 6. August 2020

Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat.

Psalm 103,10

Wir glauben, durch die Gnade des Herrn Jesus selig zu werden.

Apostelgeschichte 15,11
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Gedanken zur Corona-Krise

Liebe Leser. Bei der Lektüre in der Bibel, die für mich Gottes zeitlos gültiges Wort ist, bin ich wieder auf die 10 Plagen in Ägypten gestoßen, worüber im 2. Buch Mose (Kapitel 7-12) berichtet wird. Daran und an ihre Befreiung erinnert ja das jüdische Volk, wenn jetzt bald wieder das große Passahfest feiert. Damals in Ägypten war ein überaus mächtiger Pharao, der sich selbst für Gott hielt. Na klar, ein Großreich (nicht zu vergleichen mit dem heutigen Ägypten) und alle Menschen dienen ihm und beten ihn an. Nichts kann ihn aufhalten. Es gab für ihn allerdings eine Spaßbremse: Das waren die Hebräer, das Volk Israel, in seinem Land. Seine Väter und er hatten sie deshalb zu grausamen Sklavendiensten für Ägypten gezwungen. Doch bei aller Bedrückung ist da ein Segen, und sie vermehren sich unverschämt wie die Fliegen. Und nun taucht dieser elende Viehhirte Mose mit Aaron auf. „Lass unser Volk ziehen“, sagen sie. „Damit es Gott, dem Herrn, dienen kann.“ - Natürlich will der Pharao nicht: „Wer ist dieser Jahwe und warum sollte ich, der mächtigste Mann der Welt, ihm gehorchen?“ Durch die furchtbaren 10 Plagen (z.B. wird das Wasser zu Blut, oder eine Heuschreckenplage frisst alles weg, Tiere sterben an der Viehpest, Menschen kriegen die Blattern usw.) muss der Pharao aber dann doch der mächtigen Hand Gottes weichen. Weil es eben doch nur einen wahren und ewigen Herrn gibt, den Gott Israels, der alles in der Hand hat und behält. Doch weil der Pharao nicht aufhört, hochmütig gegen Gott zu kämpfen, verliert er am Ende alles!

Wir haben heute auch viel mit Naturkatastrophen wie Heuschreckenplagen und Epidemien wie Corona zu tun. Viele Menschen leiden. Und da darf die Frage erlaubt sein: Wiederholt sich hier etwas in der Geschichte? Sind wir auch heute nicht als viele große und kleine Herren/Damen (Demokratie= Herrschaft des Volkes) unterwegs, die Gott, ihrem Schöpfer und Herrn, eher ignorieren und ihm nicht die Ehre geben wollen, die ihm zusteht?

Achtung, vielleicht klingt es jetzt ein wenig ironisch: Wir bauen Hochhäuser, die zum Himmel reichen, fliegen zum Mond und fast auch zum Mars, kein Thema. Wir können bald mit Obi Wan Kenobi beim Krieg der Sterne mitmischen und werden auch das Universum unter unseren Füßen haben. Wir kommunizieren über die ganze Erde, machen und retten das Klima und haben alles ganz klar im Griff. Wir bauen einen Weltmarkt mit riesigen Geldimperien. Mit dem Geld, ein paar Waffen und der Angst lässt sich ja alles zum Wohle aller gut steuern. Wir basteln am ewigen Leben und klonen uns durch. Die Zukunft gehört uns! Und wenn wir Gott brauchen, machen wir ihn uns selbst. Jeder für sich, wie er es eben gerade braucht... Ach, wie beeindruckend ist das alles!

Ich glaube, es ist an der Zeit zu Gott, dem wahren und einzigen Herrn dieser Welt und allen Lebens, umzukehren und Buße für unseren selbstherrlichen Stolz und für unsere unersättliche Gier nach mehr Leben zu tun. Dadurch kommen nämlich die Plagen wie Krankheiten in unsere Welt. In dem wir meinen, wir hätten als humanistische und technisch versierte Menschen alles im Griff, öffnen wir bösen und tödlichen Mächten Tor und Tür. Die Nachrichten sind voll davon und können bei Weitem nicht alles bringen... Die Gegenantwort gegen den zerstörerischen Stolz und Eigenwillen der Menschen finden wir im demütigen Glauben an Gott, wie er z. B. bei Maria, der Mutter Jesu, zum Ausdruck kommt.

Lukas 1,46ff. Maria sprach: „Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes... denn seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht bei denen, die ihn fürchten. Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die stolz in ihrem Herzens sind. Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen. Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf, wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinen Kindern in Ewigkeit. Amen.“ Liebe Leser, beten Sie doch mit! Und glauben Sie der Barmherzigkeit Gottes in seinem Sohn Jesus Christus, die er auch für Sie hat, wenn Sie ihn darum bitten.

Es grüßt Sie herzlich Ihr Pfarrer Christian Huth