Evangelische Trinitatisgemeinde am See

Losung für
Dienstag, 16. Juli 2024

Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: »Mein Weg ist dem HERRN verborgen, und mein Recht geht an meinem Gott vorüber«?

Jesaja 40,27

Jesus sprach zu den Jüngern: O ihr Toren, zu trägen Herzens, all dem zu glauben, was die Propheten geredet haben! Musste nicht der Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen?

Lukas 24,25-26

Aktuelles

Stellenausschreibung der Evangelischen Kirchengemeinde Reichwalde

Gemeindepädagoge
Stellenausschreibung

Gottesdienste im Juli und August 2024

Monatsspruch für Juli 2024

Du sollst dich nicht der Mehrheit anschließen, wenn sie im Unrecht ist.

2. Mose 23,2

Herzliche Einladung zu den Gottesdiensten

Petershain Kollm See/td>
07.07.2024
6. Sonntag nach Trinitatis
9:00 Uhr
Gottesdienst

mit Präd. M. Hermasch
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14.07.2024
7. Sonntag nach Trinitatis
--> 10:30 Uhr
Gottesdienst

mit Lekt. Heinz Bittner
10:30 Uhr
Gottesdienst

Sup. i. R. Dr. Th. Koppehl
21.07.2024
8. Sonntag nach Trinitatis
--> --> 10:30 Uhr
Abendmahlsgottesdienst

Pfr. i. R. H.-A. Spengler
28.07.2024
9. Sonntag nach Trinitatis
9:00 Uhr
Abendmahlsgottesdienst

mit Pfr. A. Bönisch
10:30 Uhr
Gottesdienst

mit Rüstzeitgruppe
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04.08.2024
10. Sonntag nach Trinitatis
--> --> 10:30 Uhr
Familiengottesdienst zum Schulanfang

mit G. Neumann & Team
11.08.2024
11. Sonntag nach Trinitatis
9:00 Uhr
Gottesdienst

mit Pfr. A. Bönisch
10:30 Uhr
Gottesdienst

mit Lekt. Heinz Bittner
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18.08.2024
12. Sonntag nach Trinitatis
10:30 Uhr
Gemeinsamer Gottesdienst an der Lache in Kreba
Hl. Taufe, Bläser

mit Pfr. A. Bönisch
mit anschließendem Mittagsimbiss
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25.08.2024
13. Sonntag nach Trinitatis
9:00 Uhr
Abendmahlsgottesdienst

mit Pfr. A. Bönisch
10:30 Uhr
Familiengottesdienst zum Zeltwochenende

mit G. Neumann & Team
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Du sollst dich nicht der Mehrheit anschließen, wenn sie im Unrecht ist. 2. Mose 23,2

Manche Bibelverse klingen aktueller denn je. Obwohl sie Jahrtausende alt sind. Und sie klingen hochpolitisch. Mehrheit und Demokratie. Das gehört logischerweise zusammen. Ich horche da auf. Wenn eine Mehrheitsentscheidung fällt, dann ändert sich etwas. Und zwar bindend. Und manche sehr weitreichend und viele bis in den Alltag hinein betreffend. So funktioniert Demokratie.

Die Demokratie mit der Suche nach Mehrheiten grenzt die Macht von Machtmenschen ein. Das haben wir schmerzlich aus den Diktaturen gelernt.

Aber natürlich hat auch die Demokratie Nachteile: Sagt die Mehrheit immer die Wahrheit? Nein. Hat die Mehrheit immer recht? Nein. Darf eine Mehrheit einfach die Minderheiten unterdrücken? Nein.

Da müssen die Regeln der Demokratie immer neu geschärft werden. Eine wichtige ist: Die Frage der Wahrheit wird nicht in Abstimmungen entschieden.

Diese Einsicht ist wichtig und beruhigend. Denn: Keine Mehrheitsmeinung sagt mir, ob Gott existiert oder nicht – wie es etwa in der DDR suggeriert wurde. Keine Mehrheitsmeinung darf entscheiden, ob die Bibel Recht hat und ob Gott in seinem Wort mich anspricht. Keine Mehrheitsmeinung entscheidet etwa über die bleibende Gültigkeit der zehn Gebote. Mehrheiten kommen in der Demokratie nur zu hoffentlich guten Lösungsvorschlägen für Probleme. Eine andere Aufgabe haben sie nicht.

Aber hier horche ich immer wieder auf. Klingen manche Debatten nicht so, als ob es um die einzig gültige Wahrheit ginge? Wenn etwa darauf hingewiesen wird, dass die Wissenschaft sich einig sei. Aber hat die Wissenschaft immer Recht? Sie wäre keine forschende Wissenschaft mehr, wenn sie ihre Modelle nicht auch überdenken könnte. Oder haben die Recht, die durch Demonstrationen lautstark auf sich aufmerksam machen? Die Lautstärke ist kein Argument. Oder haben die Recht, die auf einen Volkswillen verweisen? Blähen sie nicht vielmehr ihre eigene Blase auf, die sie vorher mit ihrer eigenen Meinung gefüllt haben? Und nun denken sie, dass alle so denken, weil sie die anderen nicht mehr hören.

Mehrheiten haben nicht Recht, weil sie viele sind. Sie haben nur Recht, wenn sie Recht haben. Abstimmungen in der Demokratie helfen, nächste Schritte zu gehen. Die Frage nach der Wahrheit bleibt aber eine Suche – danach, wo sie sich zeigt. Wir Christen glauben: Wo Gott sich zeigt, da ist Wahrheit.

Gott redet uns an in seinem Wort. Gott gibt uns Hinweise für den Lebenssinn, den er in uns hineingelegt hat. Im Gewissen können wir das spüren. Manchmal sagt mir diese innere Instanz, dass die Vielen nicht auf dem richtigen Weg sind. Gegen mein Gewissen sollte ich mich ihnen nicht anschließen. Leicht ist das nicht. In der Masse muss ich mich ja nicht rechtfertigen. Allein schon. Und auch ich treffe Entscheidungen, die nicht immer richtig sind. Manchmal drückt das Gewissen, weil ich selbst auf dem falschen Weg. Doch ich darf da immer wieder zu Gott kommen. Nicht die anderen sind der Maßstab und der Halt, nicht die Mehrheit. Sondern Gott.

Herzlich grüßt
Ihr Pfarrer Albrecht Bönisch