Lobet, ihr Völker, unsern Gott, lasst seinen Ruhm weit erschallen, der unsre Seelen am Leben erhält und lässt unsere Füße nicht gleiten.
Psalm 66,8-9
Der Gott der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr einträchtig gesinnt seid untereinander, wie es Christus Jesus entspricht, damit ihr einmütig mit einem Munde Gott lobt, den Vater unseres Herrn Jesus Christus.
Römer 15,5-6
Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken.
3. Mose 19,33| Petershain | Kollm | See mit Kindergottesdienst |
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| 02.03.2025 Estomihi |
9:00 Uhr Gottesdienst mit Superintendent i. R. Dr. Koppehl |
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| Mittwoch 05.03.2025 Aschermittwoch |
--> | --> | 19:00 Uhr Gottesdienst mit Austeilung des Aschekreuzes im Gemeindezentrum mit Pfarrer Bönisch |
| 09.03.2025 Invokavit |
--> | --> | 10:30 Uhr Familiengottesdienst zum Weltgebetstag im Gemeindezentrum |
| 16.03.2025 Reminiszere |
9:00 Uhr Abendmahlsgottesdienst mit Pfarrer Bönisch |
10:30 Uhr Gottesdienst |
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| 23.03.2025 Okuli |
--> | --> | 10:30 Uhr Abendmahlsgottesdienst im Gemeindezentrum mit Pfarrer Bönisch |
| Dienstag 25.03.2025 Mariä Verkündigung |
--> | 18:00 Uhr Abendmahlsgottesdienst mit Pfarrer Bönisch |
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| 30.03.2025 Lätare |
Festgottesdienst in Kreba zu 400 Jahre Kirche mit Bischof Dr. Christian Stäblein | ||
Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken.
3. Mose 19,33
Dass Fremde in unserem Land leben, ist kein Thema aus grauen Vorzeiten. Es ist kein Thema, wo wir erst forschen müssen, was die Bibel da eigentlich meint. Es ist unser Thema. Es fordert uns heraus. Es bestimmt die politische Diskussion. Und es führt zu Spaltungen, wenn die Meinungen weit auseinandergehen. Und leider kommt in den Diskussionen, wie es denn gut gehen kann mit den Fremden im Land, zu oft der Anstand unter die Räder. Der Ton ist rau und die Debatte scharf pointiert. Dabei schätzen wir doch alle die Freiheit unseres Landes – und vor allem, dass hier die Menschenwürde für alle gilt. Ein Recht, was wir genießen und wovon niemand ausgeschlossen sein darf. Und doch: Es ist seit Jahren Streit um die Fremden im Land und manchmal hat man den Eindruck, dass man gar nicht mehr weiß, dass hier eigentlich über Menschen geredet wird.
Aber nun sind die Fremden eben keineswegs ein modernes Problem. Schon in der Bibel geht es darum. Sie erzählt, wie schlimm es sein kann, wenn Fremde unterdrückt und ausgebeutet werden. Und das, weil sie eine andere Muttersprache haben, eine andere Religion und einem anderen Volk entstammen. Das Volk Israel hat genau das selber erlebt, als sie in Ägypten waren und als Sklaven für den Pharao schuften mussten.
Diese Erinnerung hält die Bibel wach, damit nicht später Israeliten genauso grausam werden, wie ihre ägyptischen Peiniger. Das geht nämlich sehr schnell, wenn es einem gut geht. Dann will man, dass alles so bleibt, wie es ist. Dann will man nicht mehr teilen müssen. Dann will man nicht, dass irgendjemand stört. In dieser Verblendung kann man die eigene Geschichte vergessen. Wie man selber einmal ein Fremder war und unterdrückt wurde.
Heute sind wir in unserem Land wieder an so einer Stelle. Wir haben so lange Friedensjahrzehnte erlebt und einen Wohlstand erreicht, um den uns andere beneiden. Aber was ist, wenn sich durch vielfältige Krisen doch Dinge ändern, ohne dass ich etwas dagegen tun kann? Was ist, wenn da andere Schutz suchen – und wissen, dass es ihnen bei uns gut gehen würde? Was ist, wenn da auch Menschen kommen, die mit ihrer Kultur „stören“ – oder eben auch Leute, die wirklich Ärger machen, Straftaten begehen und anderen Menschen Schlimmstes antun?
Die Fragen sind alle berechtigt. Die Bibel sagt nicht, Fremde dürfen alles. Oder: Man muss alles über sich ergehen lassen. Oder: Fremde hätten ein Recht auf einen Anteil von dem, was mir gehört. So ist es nicht. Aber: Nach der Bibel geht es nicht, dass Fremde einfach nur, weil sie fremd sind, abfällig behandelt werden. Jedem steht es zu, zuerst als Mensch angesehen zu werden. Und die Bibel erinnert uns: Auch wir könnten einmal irgendwo fremd sein und würden diese Freundlichkeit sehr zu schätzen wissen.
Mit einer so grundsätzlich menschlichen Einstellung sind natürlich noch keine Probleme gelöst, die sich in der Gesellschaft und für den Staat ergeben. Gleiches Recht für alle. Regeln müssen gelten. Und Recht muss eingehalten und durchgesetzt werden. Aber Gott erwartet dabei den freundlichen Blick. Darauf liegt nach der Bibel Segen.
Herzlich grüßt
Ihr Pfarrer Albrecht Bönisch