Evangelische Trinitatisgemeinde am See

Losung für
Montag, 4. Dezember 2023

Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott.

Jesaja 41,10

Die Kinder schrien im Tempel: Hosanna dem Sohn Davids!

Matthäus 21,15

Gottesdienste im September 2023

Monatsspruch für September 2023

Jesus Christus spricht: Wer sagt denn ihr, dass ich sei?

Matthäus 16,15

Herzliche Einladung zu den Gottesdiensten

Petershain Kollm See
03.09.2023
13. Sonntag nach Trinitatis
--> 10:30 Uhr
Familien-Gottesdienst mit den Schulanfängern

mit Gerd Neumann & Team
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10.09.2023
14. Sonntag nach Trinitatis
9:00 Uhr
Gottesdienst mit Abendmahl

mit Prädikant Hermasch
<-> 9:30 Uhr
Gottesdienst zum Dorffest

mit Albrecht Bönisch
17.09.2023
15. Sonntag nach Trinitatis
--> 10:30 Uhr
Gottesdienst mit Abendmahl

mit Pfarrer Bönisch
10:30 Uhr
Gottesdienst mit Abendmahl

mit Lektor D. Herzig
24.09.2023
16. Sonntag nach Trinitatis
9:00 Uhr
Gottesdienst zum Erntedank

mit Pfarrer Bönisch
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An folgenden Terminen findet jeweils Kindergottesdienst statt: 17.09.23 in See


Jesus Christus spricht: Wer sagt denn ihr, dass ich sei?
Matthäus 16,15

Es gibt viel Gerede. Da reden Schüler über ihre Lehrerin. Da reden Kollegen über den Chef. Da redet man in der Gemeinde über den Pfarrer. Das ist normal. Die Frage ist, wie objektiv das Bild ist, was da über einen Menschen gezeichnet wird. Wie schnell ist eine Meinung in die Welt gesetzt, die sich kaum rückgängig machen lässt.

Etwas objektiver sind Meinungsumfragen von Forschungsinstituten. Sie versuchen repräsentativ zu sein. Eine möglichst große Zahl von Menschen aus unterschiedlichen Gruppen soll sich äußern. Das Ergebnis hat dann schon fast den Anschein einer demokratischen Willensbekundung. Aber eben nur den Anschein. Es ist doch nur eine sehr begrenzte Momentaufnahme. Und wie sehr kann sich auch die Meinung der Menschen wie ein Fähnchen im Wind hin- und herbewegen!

So ist es nicht erst heute im Zeitalter der elektronischen Medien. Getratscht wurde schon immer. Beäugt und beobachtet wurden besondere Personen auch schon immer, auch begleitet und bewundert. Und die Leute haben sich geäußert. Auch Jesus ging es nicht anders.

Er wollte wissen, was über ihn getratscht wird. Und so startet er selber die Meinungsumfrage. „Wer sagen die Leute, dass der Menschensohn sei?“ Und er bekommt zur Antwort: „Einige sagen, du seist Johannes der Täufer, andere, du seist Elia, wieder andere, du seist Jeremia oder einer der Propheten.“ (Matthäus 16,13-14)

Aha, das sagen also die Leute! Jesus fragt weiter: „Und wer sagt ihr, dass ich sei?“ (Matthäus 16,15)

Plötzlich Schweigen im Kreis der Jünger. Doch Petrus antwortet: „Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn.“ (Matthäus 16,16)

Was hätte ich geantwortet, wenn ich dabeigestanden hätte? Würde mir auch so ein klarer Satz über die Lippen kommen? Oder wäre ich über die vorangegangene allgemeine Meinungsumfrage froh gewesen, sodass ich vielleicht bei den verschiedenen Antworten der Leute etwas finde, wo ich mich dranhängen kann? Kann Jesus Johannes der Täufer sein? – Nein, der ist schon tot. Kann er Elia sein? – Nein, der ist schon im Himmel. Ist Jesus ein Prophet? – Könnte sein. So vertraut, wie er von Gott spricht. Doch da werde ich vielleicht schon unsicher. Wer ist Jesus?

Nun ist das ja keine allgemeine Umfrage eines Forschungsinstitutes. Jesus fragt. Er fragt mich ganz persönlich. Da braucht es doch auch eine persönliche Antwort. Wer ist also Jesus für mich? Da muss ich erst einmal darüber nachdenken.

Ein Gesprächspartner? Einer, bei dem ich meine Sorgen loswerden kann, auch meine Fehler und meine Schuld? Ein Begleiter und Beschützer? Ein Helfer oder ein Vorbild, zu dem ich aufschaue? Einer, den ich manchmal auch nicht verstehe? – Wie sehr hängt die Antwort von meiner Situation ab und davon, wie es mir gerade geht. Wie sehr ist meine Antwort doch nur eine Meinung, die wie ein Fähnchen im Wind hängt?

Doch davon kann ich meine Antwort doch nicht abhängig machen, wenn Jesus mich persönlich fragt! Wer er ist, kann doch nicht von mir abhängen. Es hängt von ihm selber ab. Wer er ist, sehe ich an dem, was er tut. Und was er ist, das kann ich gar nicht aus mir heraus feststellen: Christus, des lebendigen Gottes Sohn!

Das ist ja die Antwort des Petrus. Es ist eine Antwort, die von Gott selber kam. Der Heilige Geist hat Petrus bewegt, sich nicht an die wankelmütige Mehrheit der Umfragen zu hängen. Auch nicht an die eigenen Vorstellungen von Jesus oder die Gemütsverfassung. Petrus wäre selber wohl nie auf die Antwort gekommen. Aber in ihr findet er alles, was tröstet: Jesus ist der Christus – der von Gott gesandte Retter. Jesus ist der Sohn Gottes. Des lebendigen Gottes Sohn – also des Gottes, der Leben für mich will. Leben, das diesen Namen verdient.

Herzlich grüßt
Ihr Pfarrer
Albrecht Bönisch